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<title>Bohrer</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Bohrer</span></h1>
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<p>Ein <b>Bohrer</b> oder <b>Bohrwerkzeug</b>, bei Verwendung in einer <a href="Bohrmaschine" title="Bohrmaschine">Bohrmaschine</a> auch <b>Bohreinsatz</b>, ist ein Werkzeug, mit dem durch drehende Bewegung Löcher in festem Material hergestellt werden können. Es handelt sich um ein <a href="Zerspanungswerkzeug" title="Zerspanungswerkzeug">Zerspanungswerkzeug</a> zum Fertigen von <a href="Bohrung" title="Bohrung">Bohrungen</a> durch das Verfahren <a href="Bohren" title="Bohren">Bohren</a>. Bohrer haben nur an ihrer Spitze Schneiden. Während der Bearbeitung rotieren sie um ihre eigene Achse und dringen entlang dieser in den Werkstoff ein. Bohrer gibt es für die Bearbeitung von <a href="Holz" title="Holz">Holz</a>, <a href="Metall" class="mw-redirect" title="Metall">Metall</a>, <a href="Kunststoff" title="Kunststoff">Kunststoff</a> und <a href="Gestein" title="Gestein">Gestein</a>.
</p><p>Das häufigste Bohrwerkzeug, das etwa ein Viertel aller Zerspanungswerkzeuge ausmacht, ist der <a href="Spiralbohrer" title="Spiralbohrer">Spiralbohrer</a>. Die meisten bestehen aus <a href="Schnellarbeitsstahl" title="Schnellarbeitsstahl">Schnellarbeitsstahl</a> (HSS); für besondere Anwendungen gibt es auch welche, die vollständig oder nur teilweise an den Schneiden aus <a href="Hartmetall" title="Hartmetall">Hartmetall</a>, <a href="Bornitrid" title="Bornitrid">Bornitrid</a> oder <a href="Diamant" title="Diamant">Diamant</a> bestehen. Neben den gewöhnlichen Wendelbohrern gibt es noch Bohrer mit <a href="Wendeschneidplatte" title="Wendeschneidplatte">Wendeschneidplatten</a> für größere Bohrungen in Stahl, <a href="Kernbohrer" class="mw-redirect" title="Kernbohrer">Kernbohrer</a> zum Kernbohren, <a href="Zentrierbohrer" class="mw-redirect" title="Zentrierbohrer">Zentrierbohrer</a> für Zentrierbohrungen und <a href="Tieflochbohrer" class="mw-redirect" title="Tieflochbohrer">Tieflochbohrer</a> für das <a href="Tiefbohren" title="Tiefbohren">Tiefbohren</a>. Beim Tieflochbohren ist der Abtransport der <a href="Span_(Fertigungstechnik)" title="Span (Fertigungstechnik)">Späne</a> problematisch, deshalb pumpen Tieflochbohrer <a href="K%C3%BChlschmiermittel" title="Kühlschmiermittel">Kühlschmiermittel</a> unter hohem <a href="Druck_(Physik)" title="Druck (Physik)">Druck</a> in die Bohrung. Es wird zwischen drei Arten unterschieden: <a href="Ejektorbohrer" class="mw-redirect" title="Ejektorbohrer">Ejektorbohrer</a>, <a href="BTA-Bohrer" class="mw-redirect" title="BTA-Bohrer">BTA-Bohrer</a> und <a href="Einlippenbohrer" class="mw-redirect" title="Einlippenbohrer">Einlippenbohrer</a>. Senkbohrer sind eigentlich für das <a href="Senken" title="Senken">Senken</a> gedacht, ein dem Bohren ähnliches Verfahren zur Nachbearbeitung von Bohrlöchern, sie können jedoch auch zum <a href="Aufbohren" class="mw-redirect" title="Aufbohren">Aufbohren</a> genutzt werden.
</p><p>Außerdem gibt es spezielle Bohrer für die <a href="Holzbearbeitung" title="Holzbearbeitung">Holzbearbeitung</a> wie den <a href="Forstnerbohrer" title="Forstnerbohrer">Forstnerbohrer</a> oder den <a href="Schlangenbohrer" title="Schlangenbohrer">Schlangenbohrer</a>.
</p><p>In Abgrenzung zum Bohrer rotiert ein <a href="Fr%C3%A4swerkzeug" title="Fräswerkzeug">Fräswerkzeug</a> ebenfalls um seine eigene Achse, wird aber üblicherweise senkrecht oder schräg zur Rotationsachse bewegt. Fräswerkzeuge weisen an ihrem Umfang Schneiden auf. Manche Fräser eignen sich bedingt auch zum Bohren, können jedoch die Späne nicht oder nur in unzureichender Weise aus dem entstehenden Loch herausfördern.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Geschichte_der_Technik" title="Geschichte der Technik">Geschichte der Technik</a> und <a href="Geschichte_der_Produktionstechnik" title="Geschichte der Produktionstechnik">Geschichte der Produktionstechnik</a></div>
<p>Das <a href="Bohren" title="Bohren">Bohren</a> ist eine sehr alte Technik.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bohrer aus Stein treten bereits im <i>älteren <a href="Jungpal%C3%A4olithikum" title="Jungpaläolithikum">Jungpaläolithikum</a></i>, dem <a href="Aurignacien" title="Aurignacien">Aurignacien</a> auf. Sie dienten damals zur Durchbohrung weicherer Materialien wie Holz, Geweih oder Knochen sowie von Häuten. Die Unterscheidung jungpaläolithischer Bohrer von den sog. <a href="Zinken_(Arch%C3%A4ologie)" title="Zinken (Archäologie)">Zinken</a> ist allerdings schwierig. Je nach Verwendungszweck gab es bereits damals einfache Bohrer, schwere Grobbohrer, Feinbohrer und Langbohrer. Noch relativ selten waren Steinbohrtechniken mit Hilfe von Quarzsand, etwa bei der Perlenherstellung.
</p><p>Im <i><a href="Mesolithikum" class="mw-redirect" title="Mesolithikum">Mesolithikum</a> und <a href="Neolithikum" class="mw-redirect" title="Neolithikum">Neolithikum</a></i> wurden dann effektivere Steinbohrtechniken entwickelt, und die Bohrtechnik gilt denn auch als eine der wichtigen technischen Charakteristiken jener vor ca. 10.000 Jahren beginnenden Epoche. Man benutzte dabei <a href="Sch%C3%A4ftung_(Vor-_und_Fr%C3%BChgeschichte)" title="Schäftung (Vor- und Frühgeschichte)">geschäftete</a> Bohreinsätze und ebenfalls Quarzsand, der auch für den Steinschliff eingesetzt wurde, der anderen wichtigen, technischen Neuerung der Jungsteinzeit außerhalb der reinen Agrartechnik und der Keramikherstellung. Der auch zur Feuererzeugung eingesetzte Bogenbohrer war üblich. Dabei wurden sowohl Volllochbohrer wie Hohlbohrer aus organischem Material eingesetzt (etwa Schilfrohr), bei denen der Bohrsand in der Hülse enthalten war und während des Bohrens nach außen trat.
</p>
<ul class="gallery mw-gallery-traditional">
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Paläolithischer Bohrer aus dem <a href="Gravettien" title="Gravettien">Gravettien</a> vor 22–28.000 Jahren</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Löffelbohrer</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Kanonenbohrwerk:<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Kanone hängt mittig mit der Mündung nach unten. Unten ein <a href="G%C3%B6pel" title="Göpel">Göpel</a> zum Antrieb.</div>
</li>
</ul>
<p><i>Technik der prähistorischen Bohrung:</i> Es gab hier zwei grundlegende Methoden:
</p>
<ul><li>die <i>unechte Bohrung</i>, bei der durch beidseitiges Picken sanduhrförmige Vertiefungen erzeugt wurden, die ein doppeltes Bohrloch hinterließen,</li>
<li>die <i>echte Bohrung</i> als Voll- oder Hohlbohrung (Zapfenbohrung) sowie Linsenbohrung.<br>Die <i><a href="Vollbohrung" title="Vollbohrung">Vollbohrung</a></i> erfolgte mit einem schnell rotierenden Bohrkopf aus hartem Material, eventuell mit Hilfe von Sand als Schmirgel. Kennzeichen ist das V-förmige Bohrloch.<br>Bei der <i>Hohlbohrung</i> werden hohles Holz, Hohlknochen oder Schilf als schnell rotierende Bohrhilfe verwendet, wobei die eigentliche Schleifarbeit durch Quarzsand erfolgt, der um den Bohrer angehäuft wird. Meist wird von zwei Seiten gebohrt. Bei einseitigem Bohren entsteht ein konischer Zapfen, der herausfällt. Die Technik ist weniger zeitaufwendig als die Vollbohrung.<br>Die <i>Linsenbohrung</i> des <a href="Natufien" title="Natufien">Natufien</a> ist ein Sonderfall, denn sie wurde nur zur Aushöhlung von Steingefäßen mit Hilfe eines Bogenbohrers eingesetzt.</li></ul>
<p>Zum Bohren nutzte man in der <a href="Antike" title="Antike">Antike</a> zunächst den <a href="Schneckenbohrer" title="Schneckenbohrer">Schneckenbohrer</a>, der aus einem verdrehten vierkantigen Stab bestand und nur Sägemehl, aber keine Späne lieferte. Abgelöst wurde er durch den Löffelbohrer, der bis ins 19. Jahrhundert gebräuchlich war. Für die Bearbeitung von Glas und Edelsteinen nutzte man auch schon Bohrer, deren Spitzen mit <a href="Diamant" title="Diamant">Diamantsplittern</a> besetzt waren.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalter</a> nutzte man <a href="Drillbohrer" title="Drillbohrer">Drillbohrer</a> mit <a href="Rennspindel" title="Rennspindel">Rennspindel</a> oder <a href="Bohrleier" class="mw-redirect" title="Bohrleier">Bohrleiern</a>.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Kanone" title="Kanone">Kanonen</a> wurden in der frühen <a href="Neuzeit" title="Neuzeit">Neuzeit</a> zunächst aus <a href="Bronze" title="Bronze">Bronze</a> über einem <a href="Kern_(Gie%C3%9Fen)" class="mw-redirect" title="Kern (Gießen)">Kern</a> gegossen und anschließend <a href="Bohren" title="Bohren">ausgebohrt</a>. Dazu wurden senkrechte oder waagrechte <a href="Bohrwerk" title="Bohrwerk">Bohrwerke</a> entwickelt. Später konnte man auch eiserne Kanonenrohre aus dem Vollen bohren.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand der heute noch gebräuchliche <a href="Spiralbohrer" title="Spiralbohrer">Spiralbohrer</a>, der auch Wendelbohrer genannt wird. Da er aufwändig herzustellen ist, setzte er sich erst gegen Ende des Jahrhunderts durch.
</p><p>Im 20. Jahrhundert entstanden Bohrer mit <a href="Wendeschneidplatte" title="Wendeschneidplatte">Wendeschneidplatten</a> und spezielle Bohrer für das <a href="Tiefbohren" title="Tiefbohren">Tiefbohren</a> wie die <a href="Einlippenbohrer" class="mw-redirect" title="Einlippenbohrer">Einlippenbohrer</a>, der <a href="BTA-Bohrer" class="mw-redirect" title="BTA-Bohrer">BTA-Bohrer</a> und <a href="Ejektorbohrer" class="mw-redirect" title="Ejektorbohrer">Ejektorbohrer</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bestandteile">Bestandteile</h2></div>
<p>Ein Bohrer besteht aus Schaft und Kopf. Der Bohrerschaft überträgt das <a href="Drehmoment" title="Drehmoment">Drehmoment</a> auf den Bohrkopf, führt den Bohrkopf, ermöglicht den Abfluss des Bohrguts und stellt die Zufuhr eines Kühlschmiermittels sicher. Der Bohrkopf übernimmt die Zerspanarbeit.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schaft">Schaft</h3></div>
<p>Der Bohrer wird an seinem Schaft (häufig <a href="Zylinder_(Geometrie)" title="Zylinder (Geometrie)">zylinderförmig</a>, normal 0,5 – 13&nbsp;mm, manchmal auch ein Sechskant) in einer Werkzeugaufnahme, die meist als <a href="Bohrfutter" class="mw-redirect" title="Bohrfutter">Bohrfutter</a> ausgeführt ist, festgehalten und so mit einer <a href="Bohrmaschine" title="Bohrmaschine">Bohrmaschine</a> verbunden. Durchmesser ab 5&nbsp;mm können auch mit einer kegelförmigen Aufnahme, dem so genannten <a href="Morsekegel" title="Morsekegel">Morsekegel</a> (z.&nbsp;B. MK1, MK2 usw.) versehen sein. Bohrer ab 13&nbsp;mm haben in der Regel nur noch MK-Schäfte, damit das nötige hohe Drehmoment der Bohrmaschine besser übertragen werden kann (siehe auch Bohrfutter).
</p><p><a href="Schlangenbohrer" title="Schlangenbohrer">Schlangenbohrer</a> für <a href="Handbohrwinde" class="mw-redirect" title="Handbohrwinde">Handbohrwinden</a> sind vereinzelt noch mit einem konisch zulaufenden Vierkant-Schaft erhältlich.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kopf">Kopf</h3></div>
<p>Der Bohrkopf beim gewöhnlichen Spiralbohrer besteht aus der Spitze, den zwei <a href="Schneidteil" title="Schneidteil">Schneiden</a> und der die beiden Schneiden verbindenden Nebenschneide. Der Spitzenwinkel beträgt normalerweise 118° (100° für Aluminium und Kupfer, bis 135° für gehärteten Stahl). Die zwei Hauptschneiden tragen vom zu bearbeitenden Material je einen <a href="Span_(Fertigungstechnik)" title="Span (Fertigungstechnik)">Span</a> ab. Je nach dem zu bearbeitenden Material sind die Schneiden in passenden Winkeln geschliffen (<a href="Schnittwinkel_(Zerspanung)" class="mw-redirect" title="Schnittwinkel (Zerspanung)">Schnittwinkel</a>, <a href="Freiwinkel" class="mw-redirect" title="Freiwinkel">Freiwinkel</a>, <a href="Spanwinkel" class="mw-redirect" title="Spanwinkel">Spanwinkel</a>, <a href="Keilwinkel" class="mw-redirect" title="Keilwinkel">Keilwinkel</a>). Die Späne werden durch seitliche, wendelförmig am Schaft eingearbeitete <a href="Nut_(Fertigungstechnik)" class="mw-redirect" title="Nut (Fertigungstechnik)">Nuten</a>, die als <a href="Spankammer" title="Spankammer">Spankammern</a> wirken, entgegen der Vorschubrichtung aus dem entstandenen Bohrloch herausgeleitet.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bohrerarten">Bohrerarten</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Holzbohrer">Holzbohrer</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Holzbohrer" title="Holzbohrer">Holzbohrer</a></i></div>
<p>Ein Holzbohrer zeichnet sich dadurch aus, dass er in der Mitte eine dünne Spitze zur Zentrierung hat. Die beiden Schneiden stehen außen so vor, dass der Rand des Loches als erstes geschnitten wird. Dadurch werden die Fasern des Holzes sauber abgeschnitten und das Loch bekommt einen relativ glatten Rand.
Holzbohrer bestehen meist aus einer <a href="Chrom" title="Chrom">Chrom</a>-<a href="Vanadium" title="Vanadium">Vanadium</a>-Legierung und sind teilweise auch hartmetallbestückt.
</p><p>Zu den Holzbohrern zählen der <a href="Forstnerbohrer" title="Forstnerbohrer">Forstnerbohrer</a>, der <a href="Kunstbohrer" class="mw-redirect" title="Kunstbohrer">Kunstbohrer</a> (Zylinderkopfbohrer), der <a href="Schneckenbohrer" title="Schneckenbohrer">Schneckenbohrer</a>, die <a href="Bohrs%C3%A4ge" class="mw-redirect" title="Bohrsäge">Bohrsäge</a> und der <a href="Schlangenbohrer" title="Schlangenbohrer">Schlangenbohrer</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Spiralbohrer">Spiralbohrer</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Spiralbohrer" title="Spiralbohrer">Spiralbohrer</a></i></div>
<p>Spiralbohrer, Wendelbohrer oder Wendelnutenbohrer haben einen <a href="Kegel_(Geometrie)" title="Kegel (Geometrie)">kegelförmigen</a> Kopf und fast immer zwei Schneiden, die jeweils aus Hauptschneide, Nebenschneide und Querschneide bestehen. Sie sind die am häufigsten eingesetzten Zerspanungswerkzeuge mit einem Anteil von 20 bis 25&nbsp;%.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zentrierbohrer_und_Anbohrer">Zentrierbohrer und Anbohrer<span id="Zentrierbohrer"></span></h3></div>
<p>Ein Zentrierbohrer ist ein speziell für die Herstellung von Zentrierbohrungen ausgeführter Bohrer. Er ist aus <a href="Schnellarbeitsstahl" title="Schnellarbeitsstahl">HSS</a> hergestellt, besonders kurz und hat ein abgestuftes Profil. Dieses weist ganz vorne eine zusätzliche Zentrierspitze auf. Der Durchmesser dieser Spitze ist zugleich <a href="Nenndurchmesser" title="Nenndurchmesser">Nenndurchmesser</a> des Zentrierbohrers. Er beträgt 0,5–12,5&nbsp;mm und ist auf einer Länge, die etwas größer als der jeweilige Durchmesserwert ist, konstant. Anschließend gehen die Schneiden in einem Bereich mit 60° Spitzenwinkel in den größeren Schaftdurchmesser über. Zentrierbohrer sind in der Norm DIN&nbsp;333 definiert; mit solchen Werkzeugen erzeugte Zentrierbohrungen in DIN&nbsp;332.
</p><p>Bedingt durch die klein dimensionierte Zentrierspitze treten beim Anbohren des Werkstoffs deutlich geringere Radialkräfte und Reaktionskräfte durch den Span auf. Diese Faktoren vermindern ein <i>Verlaufen</i> des Bohrers, wodurch die Positionsgenauigkeit der hergestellten Bohrung deutlich verbessert wird. Die eigentliche Bohrung kann anschließend mit einem Spiralbohrer gebohrt werden, welcher durch die Zentrierbohrung von Anfang an seitlich geführt ist; dies geschieht durch die unterschiedliche Ausführung der Spitzenwinkel, die den Spiralbohrer nur an einem Punkt der Auflagefläche führen. Es lassen sich jedoch mit einem Zentrierbohrer keine tiefen Bohrungen herstellen (max. bis zum Erreichen des vollen Durchmessers, da im oberen Bereich eine Spannut zur Spanabfuhr fehlt); er ist nur zum Zentrieren geeignet.
</p><p>Der Übergang vom Durchmesser der Zentrierspitze zum Schaftdurchmesser ist je nach gewählter Form, nach <a href="Normenliste_DIN_1_bis_DIN_499#DIN_332" title="Normenliste DIN 1 bis DIN 499">DIN&nbsp;332</a> Form&nbsp;R, A, B oder C, im Detail unterschiedlich ausgeführt.
</p><p>Eine Anwendung ist die Herstellung eines Zentrierpunktes an Drehteilen oder anderen Bohrwerkstücken, für die <a href="Reitstock" title="Reitstock">Reitstockspitze</a> auf einer <a href="Drehmaschine" title="Drehmaschine">Drehmaschine</a>.
</p><p>Die Verwendung von NC-Anbohrern empfiehlt sich bei Werkzeugmaschinen mit hoher <a href="Werkzeugmaschine#Eigenschaften_von_Werkzeugmaschinen" title="Werkzeugmaschine">geometrischer Steifigkeit</a>; darunter fallen insbesondere Bearbeitungszentren vielfach aber auch andere <a href="CNC-Maschine" title="CNC-Maschine">numerisch gesteuerte Maschinen</a>, da sie oft sehr stabil gebaut sind. Bei NC-Anbohrern entfällt die Zentrierspitze, wodurch sich kürzere Anbohrwege ergeben. Ihr Spitzenwinkel beträgt 60, 90 oder 120°. Tiefe Bohrungen können damit nicht gebohrt werden, da sie keine Führungsfasen besitzen.
</p>
<div style="clear:both;"></div>

<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schälbohrer_oder_Stufenbohrer"><span id="Sch.C3.A4lbohrer_oder_Stufenbohrer"></span>Schälbohrer oder Stufenbohrer</h3></div>
<p>Schälbohrer dienen zur Herstellung von Bohrungen in dünnen <a href="Blech" title="Blech">Blechen</a>, Kunststoffplatten und (mit Einschränkungen) <a href="Holzwerkstoffplatte" class="mw-redirect" title="Holzwerkstoffplatte">Holzwerkstoffplatten</a>. Ihr Aussehen ähnelt dem eines Kegelsenkers. Im Gegensatz zum Spiralbohrer stehen mehr Schneiden beim Bohren zur Verfügung. Das erhöht das Zerspanvolumen, gibt dem Bohrer in dünnem Material eine bessere Führung und verbessert die Rundheit der Bohrung. Zur Erhöhung der Standfestigkeit sind diese Bohrer oft titanbeschichtet. Bleche müssen in der Regel vorgebohrt werden, um den Schälbohrer ansetzen zu können.
</p><p>Mit Schälbohrern sind nur schräge Lochwände möglich, was bei einigen Anwendungen störend sein kann. Stufenbohrer dagegen erzeugen gerade Lochwände. Beim Schälbohrer muss während der Bohrung auf den Lochdurchmesser geachtet werden, damit das Loch nicht zu groß wird. Beim Stufenbohrer wird bis zum gewünschten Durchmesser gebohrt und der Übergang zur nächstgrößeren Stufe entgratet zugleich den Rand des Bohrlochs. Schälbohrer bieten demgegenüber den Vorteil, dass stufenlos jeder beliebige Lochdurchmesser gebohrt werden kann.
</p>
<div style="clear:both;"></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Aufbohrer">Aufbohrer</h3></div>
<p>Eine Bohrung, die mit einem Spiralbohrer vorgearbeitet wurde, kann bei Bedarf mit einem Aufbohrer <a href="Aufbohren" class="mw-redirect" title="Aufbohren">aufgebohrt</a> werden, um sie dann mit einer <a href="Reibahle" title="Reibahle">Reibahle</a> auf das erforderliche präzise Endmaß zu bringen.
</p>
<ul><li>Siehe auch: <a href="Ausspindler" title="Ausspindler">Ausspindler</a>.</li></ul>

<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gewindebohrer">Gewindebohrer</h3></div>
<p><a href="Gewindebohrer" title="Gewindebohrer">Gewindebohrer</a> dienen zur Fertigung von <a href="Gewindebohrung" class="mw-redirect" title="Gewindebohrung">Gewindebohrungen</a>. Sie enthalten die Form des Gewindes als Negativ, das aber von Spannuten unterbrochen ist.
</p><p>Außengewinde werden durch <a href="Schneideisen" title="Schneideisen">Schneideisen</a> erzeugt.
</p><p>Alternativ können Gewinde auch <a href="Gewindedrehen" class="mw-redirect" title="Gewindedrehen">gedreht</a>, <a href="Gewindefr%C3%A4sen" class="mw-redirect" title="Gewindefräsen">gefräst</a> oder <a href="Gewindewalzen" title="Gewindewalzen">gewalzt</a> werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Wendeplattenbohrer">Wendeplattenbohrer</h3></div>
<p>Wendeplattenbohrer ähneln in ihrem Aufbau den Spiralbohrern. Sie haben ebenfalls Nuten zum Abtransport der Späne. Die Zuführung des Kühlschmiermittels erfolgt durch den Werkzeugschaft. Wendeplattenbohrer besitzen an der Spitze mindestens zwei oder mehrere austauschbare <a href="Wendeschneidplatte" title="Wendeschneidplatte">Wendeschneidplatten</a> die asymmetrisch angeordnet sind. Diese bestehen aus einem Grundkörper aus Werkzeugstahl mit Spanfläche und Spannuten als Aufnahme für eine oder mehrere Wendeschneidplatten. Meist werden zwei verwendet, die mit Schrauben im Plattensitz befestigt sind. Eine Besonderheit stellen sogenannte „Eco-Cut-Bohrer“ dar: Sie besitzen eine Wendeschneidplatte, mit der eine zentrische Bohrung angefertigt und danach ausgedreht werden kann. Wendeplattenbohrer werden im Durchmesserbereich von 16&nbsp;mm bis etwa 60&nbsp;mm eingesetzt, in Ausnahmefällen auch bis 120&nbsp;mm.
</p><p>Wenn die Wendeschneidplatten in verschiedenen Radien angebracht sind, handelt es sich streng genommen um einzeln fräsende Schneiden.
Die innere Platte zerspant im Zentrum, während die Äußere die Bohrungswand bearbeitet (beim Spiralbohrer bearbeiten beide Schneiden denselben Bereich). Dadurch werden die Platten ungleich belastet (Schnittgeschwindigkeit, Schnittweg), weswegen eine sorgfältige Anpassung von Werkstoff, Schneidstoff und Schneidengeometrie empfehlenswert ist. Die innere Platte kann wegen der niedrigeren Schnittgeschwindigkeit aus einem weicheren <a href="Schneidstoff" title="Schneidstoff">Schneidstoff</a> bestehen als die äußere.
</p><p>Durch die bei Wendeschneidplatten recht hohen Vorschubwerte pro Schneide sind trotz des Fehlens der zweiten Schneide die Vorschübe vergleichbar mit den Vorschüben, welche mit Spiralbohrern erreichbar sind.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Tiefbohrer_(Metallbearbeitung)"><span id="Tiefbohrer_.28Metallbearbeitung.29"></span>Tiefbohrer (Metallbearbeitung)</h3></div>

<p><a href="Tiefbohren" title="Tiefbohren">Tiefbohren</a> (oder synonym Tieflochbohren) in der Metallverarbeitung beginnt (gemäß VDI 3210) bei einer Bohrungstiefe vom 3-Fachen des Werkzeugdurchmessers.
</p><p>Die Schwierigkeit beim Tiefbohren ist, das Wandern der Bohrkopfmitte weg von der eingestellten Achse zu minimieren, obwohl der Bohrerschaft wegen seiner Länge eine geringere Biegesteifigkeit besitzt als beim gewöhnlichen Bohren. Erreicht wird das durch zwei Eigenschaften von Tiefbohrern:
</p>
<ul><li>Keine stumpfe Querschneide in der Mitte der Bohrerspitze, die nur Material verdrängt oder abschabt, hohen Bohrdruck erfordert und seitliche Ausweichbewegungen des Bohrers provoziert. Stattdessen wird die gesamte Querschnittsfläche durch eine oder mehrere Schneiden regulär spanabhebend geschnitten.</li>
<li>Da der Bohrerschaft keine saubere Definition der Lage des Bohrkopfes liefern kann, übernimmt die Wand des bereits gebohrten Loches diese Aufgabe. Außer bei den allereinfachsten Tiefbohrern, sorgen ein oder mehr Längsstege, sogenannte Führungsleisten, an der Außenseite für diese Lagedefinition. Diese sind entweder beim äußeren Abschleifen des Bohrkopfes stehengelassen oder speziell in Nuten eingefügt. Es ist also das Material des Bohrguts, das die seitlichen Kräfte beim Bohren aufnimmt. Deswegen benötigt man zum Beginn des Bohrprozesses eine Pilotbohrung oder Bohrbuchse.</li></ul>
<p>Auf diese Weise sind Bohrtiefen bis zum 250-Fachen des Werkzeugdurchmessers möglich, bei gleichzeitig hoher Oberflächengüte und Einhaltung von <a href="Toleranz_(Technik)" title="Toleranz (Technik)">Maßtoleranzen</a> bis H8(H7).
</p><p>Die verschiedenen Verfahren unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Schneidenanzahl – mehrschneidige Werkzeuge kommen nur bei größerem Durchmesser zum Einsatz – und der Zuführung des <a href="K%C3%BChlschmiermittel" title="Kühlschmiermittel">Kühlschmiermittels</a>, welches auch dem Abtransport der Späne dient:
</p>
<ul><li>Zuführung durch Bohrung im Werkzeug, Abführung zwischen Werkzeug und Bohrungswand (Einlippenbohren, ELB)</li>
<li>Zuführung zwischen Werkzeug und Bohrungswand, Abführung durch Bohrung im Werkzeug (Einrohrsystem)</li>
<li>Zuführung und Abführung innerhalb des Werkzeugs, durch Bohrung mit innenliegendem Rohr (Doppelrohrsystem).</li></ul>
<p>Bei kleinerem Durchmesser besteht der Bohrkopf ganz aus Hartmetall, in das die Werkzeuggeometrie eingeschliffen wird, und ist auf den Bohrerschaft aufgelötet. Größere Werkzeugköpfe bestehen aus Stahl und haben eingeschraubte Hartmetall-Schneidelemente.
</p><p>Seit einigen Jahren werden zunehmend zweischneidige (überlange) Spiralbohrer als Tiefbohrwerkzeuge eingesetzt. Das Längen-zu-Durchmesser-Verhältnis ist dabei im Gegensatz zu <a href="Tieflochbohren" class="mw-redirect" title="Tieflochbohren">Einlippen-Tiefbohrwerkzeugen</a> auf etwa 40 begrenzt. Der Vorteil dieses Werkzeugtyps ist eine Steigerung der Bearbeitungsgeschwindigkeit gegenüber dem Einlippen-Tiefbohren auf das Siebenfache.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Stein-_und_Betonbohrer_(Hammerbohrer)"><span id="Stein-_und_Betonbohrer_.28Hammerbohrer.29"></span><span id="Betonbohrer"></span><span id="Hammerbohrer"></span><span id="Steinbohrer"></span><span id="Widia-Bohrer"></span>Stein- und Betonbohrer (Hammerbohrer)</h3></div>
<p>Für die Bohrung in Ziegeln, Stein, Beton und anderen mineralischen Baustoffen werden Bohrer mit <a href="Hartmetall" title="Hartmetall">Hartmetallplatte</a> als Bohrkopf verwendet. Eingesetzt werden mittlere bis grobe Hartmetalle mit hohem Binderanteil, um die benötigte Zähigkeit zur Absorbierung der Schlagwirkung zu erreichen.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Hartmetallplatte wird bei größeren Durchmessern auf den Schaft aus <a href="Werkzeugstahl" title="Werkzeugstahl">Werkzeugstahl</a> <a href="Hartl%C3%B6ten" title="Hartlöten">gelötet</a> und bei kleinen Bohrern auch geschweißt.
Die Firma <a href="Widia" title="Widia">Widia</a> brachte Bohrer mit Hartmetallkopf vor dem Zweiten Weltkrieg erstmals auf den Markt. Umgangssprachlich werden Hammerbohrer häufig noch als <i>Widia-Bohrer</i> bezeichnet.
</p><p>Bohrer mit glattem Schaft können mit jeder beliebigen <a href="Schlagbohrmaschine" title="Schlagbohrmaschine">Bohrmaschinen</a> oder mit Akkuschraubern verwendet werden, die über eine Schlagfunktion verfügen.
</p><p><a href="Bohrhammer" title="Bohrhammer">Bohrhämmer</a> besitzen meist ein pneumatisches Schlagwerk und werden heute überwiegend mit <a href="SDS_(Bohrerschaft)" title="SDS (Bohrerschaft)">SDS-Schnellwechselaufnahme</a> ausgeliefert, in die Bohrer mit einem passend geschlitzten und genuteten Schaft mit einem Handgriff eingesetzt werden können.
Die SDSplus-Aufnahme wird üblicherweise für Bohrungen bis max. Ø16&nbsp;mm und leichte Meißelarbeiten eingesetzt, für größere Bohrungen und schwere Stemmarbeiten steht die SDSmax-Aufnahme mit größerem Durchmesser zur Verfügung.
</p><p>Hammerbohrer mit einem Vollhartmetallkopf mit 4 Schneiden(2 Haupt- und 2 Nebenschneiden) können auch in armiertem Beton eingesetzt werden,<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> da der Bohrer beim Auftreffen auf ein <a href="Armierungseisen" class="mw-redirect" title="Armierungseisen">Armierungseisen</a> nicht verhakt.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bohrkrone">Bohrkrone</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Kronenbohrer" title="Kronenbohrer">Kronenbohrer</a> und <a href="Kernlochbohrung" title="Kernlochbohrung">Kernlochbohrung</a></i></div>
<p>Bohrungen mit größeren Durchmessern werden vorteilhaft mit zylinderförmigen Bohrkronen (<a href="Kronenbohrer" title="Kronenbohrer">Kronenbohrern</a>) durchgeführt, die das Material nur am Umfang zerspanen. In der Mitte der Bohrung verbleibt ein <a href="Bohrkern" title="Bohrkern">Bohrkern</a>. Die Bohrung kann so schneller und mit weniger Kraft- und Energieaufwand ausgeführt werden und weniger zerkleinertes Material muss abgeführt werden.
Große Bohrtiefen können nur in Materialien ausgeführt werden, die das Ausbrechen und die Entnahme des Bohrkernes ermöglichen. Hierfür werden auch spezielle Zangen eingesetzt.
</p><p>Bohrkronen werden vorzugsweise mit speziellen Kernbohrmaschinen eingesetzt, die in einem Stativ geführt werden und eine Zuführung von Wasser durch die hohle Bohrspindel ermöglichen. Es bedarf einiger Erfahrung, Kernbohrgeräte ohne Verwendung eines <a href="Bohrst%C3%A4nder" title="Bohrständer">Bohrständers</a> frei zu führen.
Bohrkronen mit begrenzter Tiefe, wie etwa Dosensenker, werden oft mit einem zentralen Zentrierbohrer ausgerüstet, was die Verwendung einer handgeführten Bohrmaschine unproblematisch macht.
</p><p>Bohrkronen können in verschiedensten Materialien eingesetzt werden. Ausführungen:
</p>
<ul><li><i><a href="Lochs%C3%A4ge" title="Lochsäge">Lochsägen</a></i> zur Verwendung in Holz, Kunststoffen und <a href="Trockenbauplatte" class="mw-redirect" title="Trockenbauplatte">Trockenbauplatten</a> haben eine <a href="S%C3%A4ge" title="Säge">Sägezahnung</a>, gegebenenfalls mit Hartmetallbesatz. Lochsägen für Keramikfliesen sind mit Diamant bestreut oder besitzen ebenfalls Hartmetallschneiden.</li>
<li>Mit <i>Kernbohrern</i> bzw. <i>Kernlochbohrern</i> werden Metalle gebohrt, im Stahlbau oft mit <a href="Magnetbohrmaschine" class="mw-redirect" title="Magnetbohrmaschine">Magnetbohrmaschinen</a>.</li>
<li>Mineralische Baumaterialien werden mit diamant- oder <a href="Hartmetall" title="Hartmetall">hartmetallbesetzten</a> Bohrkronen bearbeitet. <a href="Kernlochbohrung#Diamant-Bohrkronen" title="Kernlochbohrung">Diamant-Bohrkronen</a> sind zur besseren Abfuhr des zerkleinerten Materials oft mit einzelnen Schneid-Segmenten besetzt und das <a href="Bohrklein" class="mw-redirect" title="Bohrklein">Bohrklein</a> wird mittels <a href="Bohrsp%C3%BClung" title="Bohrspülung">Bohrspülung</a> abgeführt. Kleinere Durchmesser werden auch mit durchgängig besetzten <i>Ringbohrkronen</i> ausgeführt. Manche Bohrkronen sind mit einer Wendelnut auf dem äußeren Zylindermantel zur Bohrkleinabfuhr ausgerüstet. <i>Hammerbohrkronen</i> sind zur Verwendung mit dem <a href="Bohrhammer" title="Bohrhammer">Bohrhammer</a> vorgesehen.</li>
<li><i>Dosensenker</i> werden in der <a href="Elektroinstallation" title="Elektroinstallation">Elektroinstallation</a> zum Setzen von <a href="Unterputz" title="Unterputz">Unterputz</a>-Dosen (z.&nbsp;B. für <a href="Steckdose" title="Steckdose">Steckdosen</a> oder <a href="Schalter_(Elektrotechnik)" title="Schalter (Elektrotechnik)">Lichtschalter</a>) eingesetzt. Sie können mit ausreichend leistungsfähigen Schlag-<a href="Bohrmaschine" title="Bohrmaschine">Bohrmaschinen</a> verwendet werden.</li>
<li>Zur Gewinnung von <a href="Bohrkern" title="Bohrkern">Bohrkernen</a> in <a href="Tiefbohrung" title="Tiefbohrung">Tiefbohrungen</a> werden auch <a href="Bohrmei%C3%9Fel" title="Bohrmeißel">Bohrmeißel</a> mit mittiger Öffnung <i>(Ringbohrkronen)</i> verwendet.</li>
<li><i>Hohlkernbohrer</i> dienen der Gewinnung von <a href="Dendrochronologie" title="Dendrochronologie">Bohrkernen aus Baumstämmen und Balken</a> und <a href="Eisbohrkern" title="Eisbohrkern">Eisbohrkernen</a></li></ul>


<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bohrmeißel"><span id="Bohrmei.C3.9Fel"></span>Bohrmeißel</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Bohrmei%C3%9Fel" title="Bohrmeißel">Bohrmeißel</a></i></div>
<p>Bohrmeißel, auch Bohrköpfe genannt, und Bohrkronen werden bei Bohrungen in festem Gestein eingesetzt (z.&nbsp;B. <a href="Rotary-Bohrverfahren" title="Rotary-Bohrverfahren">Rotary-Bohrverfahren</a>). Sie zerstören das Gestein im Bohrlochtiefsten. Bohrmeißel zerstören die gesamte Bohrlochsohle, das Gesteinsmaterial wird als feines <a href="Bohrklein" class="mw-redirect" title="Bohrklein">Bohrklein</a> aus dem Bohrloch – meist mit einer flüssigen <a href="Bohrsp%C3%BClung" title="Bohrspülung">Spülung</a>, bei kurzen Bohrlöchern auch mit Druckluft – herausgespült.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bei <a href="Tunnel" title="Tunnel">Tunnel</a>- und <a href="Tiefbohrung" title="Tiefbohrung">Tiefbohrungen</a> werden <a href="PDC-Mei%C3%9Fel" class="mw-redirect" title="PDC-Meißel">PDC-Meißel</a> für hartes und sprödes <a href="Gebirge_(Bergbau)" title="Gebirge (Bergbau)">Gebirge</a> oder <a href="Rollenmei%C3%9Fel" class="mw-redirect" title="Rollenmeißel">Rollenmeißel</a>, welche oft mit drei Rollen ausgestattet sind, für weicheres Gebirge eingesetzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Fließbohrer_(Fließlochbohrer)"><span id="Flie.C3.9Fbohrer_.28Flie.C3.9Flochbohrer.29"></span>Fließbohrer (Fließlochbohrer)</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Flie%C3%9Fbohren" title="Fließbohren">Fließbohren</a></i></div>
<p>Im Gegensatz zum spanenden Bohren ist das <a href="Flie%C3%9Fbohren" title="Fließbohren">Fließbohren</a> oder Fließformen (auch <i>Fließlochbohren</i> oder <i>Fließlochformen</i>) ein spanloser <a href="Umformen" title="Umformen">Umformprozess</a> in dünnwandigem Werkstoff. Der Fließbohrer hat eine <a href="Konisch" class="mw-redirect" title="Konisch">konische</a> Spitze und einen daran anschließenden zylindrischen Teil, der den Durchmesser der entstehenden Bohrung bestimmt, jedoch keine Spanräume wie ein herkömmlicher Bohrer. Das bearbeitete Material wird nicht zerspant, sondern durch die Kraft des Bohrers und die entstehende Reibungswärme verdrängt und zu einem wulstförmigen Auswurf verformt. Fließbohrer werden aus <a href="Hartmetall" title="Hartmetall">Hartmetall</a> hergestellt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Bohrbrunnen" title="Bohrbrunnen">Bohrbrunnen</a></li>
<li><a href="Spannfutter" title="Spannfutter">Spannfutter</a></li>
<li><a href="Bohrmaschine" title="Bohrmaschine">Bohrmaschine</a></li>
<li><a href="Drillbohrer" title="Drillbohrer">Drillbohrer</a></li>
<li><a href="Kanonenbohrer" title="Kanonenbohrer">Kanonenbohrer</a></li>
<li><a href="Rennspindel" title="Rennspindel">Rennspindel</a> auch als <i>Dreule</i> bekannt</li>
<li><a href="Senken" title="Senken">Senken</a></li>
<li><a href="Erdbohrer_(Werkzeug)" title="Erdbohrer (Werkzeug)">Erdbohrer</a></li>
<li><a href="B%C3%BChnenbohrer" class="mw-redirect" title="Bühnenbohrer">Bühnenbohrer</a>, Holzschraube mit über den Kopf hinauslaufendem Stab und Griffbügel zum werkzeuglosen Fest- und Loseschrauben im Weichholz des Bühnenbodens</li>
<li><a href="Rotierende_zahn%C3%A4rztliche_Instrumente" title="Rotierende zahnärztliche Instrumente">Rotierende zahnärztliche Instrumente</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Drills?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Bohrer</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Bohrer" class="extiw external" title="wikt:Bohrer">Wiktionary: Bohrer</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Bohrmaschine" class="extiw external" title="wikt:Bohrmaschine">Wiktionary: Bohrmaschine</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Emil Hoffmann: <i>Lexikon der Steinzeit.</i> S.&nbsp;57&nbsp;ff. Verlag C.H. Beck, München 1999, ISBN 3-406-42125-3.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">aus der <a href="Encyclop%C3%A9die_ou_Dictionnaire_raisonn%C3%A9_des_sciences%2C_des_arts_et_des_m%C3%A9tiers" title="Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers">Enzyklopädie von Diderot</a></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Treiben, Bohren, Verbinden: Günter Spur: <i>Vom Wandel der industriellen Welt durch Werkzeugmaschinen.</i> Carl Hanser Verlag, München, Wien 1991, S.&nbsp;54–56.
<ul><li>Treiben: Wolfgang König (Hrsg.): <i>Propyläen Technikgeschichte – Band 3.</i> Propyläen, Berlin 1997, S.&nbsp;101&nbsp;f.</li></ul>
</span></li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Günter Spur: <i>Vom Wandel der industriellen Welt durch Werkzeugmaschinen.</i> Carl Hanser Verlag, München, Wien 1991, S.&nbsp;89, 91&nbsp;f.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Wolfgang König (Hrsg.): <i>Propyläen Technikgeschichte – Band 3.</i> Propyläen, Berlin 1997, S.&nbsp;188–190, 194, 196&nbsp;f.</span>
</li>
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</li>
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</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a href="Hilti_(Unternehmen)" title="Hilti (Unternehmen)">Hilti Deutschland</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20161130190234/https://www.hilti.de/bohr--und-meisseltechnik/hammerbohrer-(sds)/r4429#folder-features"><i>Hammerbohrer TE-CX.</i></a> In: <i>hilti.de.</i> Archiviert vom <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r250917974">
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</style><span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=https%3A%2F%2Fwww.hilti.de%2Fbohr--und-meisseltechnik%2Fhammerbohrer-%28sds%29%2Fr4429%23folder-features">Original</a></span><span>;</span><span class="Abrufdatum"> abgerufen am 8.&nbsp;September 2022</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ABohrer&amp;rft.title=Hammerbohrer+TE-CX&amp;rft.description=Hammerbohrer+TE-CX&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fweb.archive.org%2Fweb%2F20161130190234%2Fhttps%3A%2F%2Fwww.hilti.de%2Fbohr--und-meisseltechnik%2Fhammerbohrer-%28sds%29%2Fr4429%23folder-features&amp;rft.creator=%5B%5BHilti+%28Unternehmen%29%7CHilti+Deutschland%5D%5D&amp;rft.source=https://www.hilti.de/bohr--und-meisseltechnik/hammerbohrer-(sds)/r4429#folder-features">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/bohrverfahren/2211"><i>Bohrverfahren.</i></a> Spektrum der Wissenschaft, Lexikon der Geowissenschaften,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 18.&nbsp;Oktober 2015</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ABohrer&amp;rft.title=Bohrverfahren&amp;rft.description=Bohrverfahren&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.spektrum.de%2Flexikon%2Fgeowissenschaften%2Fbohrverfahren%2F2211&amp;rft.publisher=Spektrum+der+Wissenschaft%2C+Lexikon+der+Geowissenschaften">&nbsp;</span></span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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